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Spain Flag

Marineflagge Spaniens, ca. 1720.

Geschichte Spaniens um 1720 Bearbeiten

Der Spanische Erbfolgekrieg (1701−1714) war ein Kabinettskrieg, der um das Erbe des letzten spanischen Habsburgers, König Karl II. von Spanien, geführt wurde. Eine Allianz um die österreichischen Habsburger und England kämpfte gegen eine durch Frankreich angeführte Kriegskoalition. Letztlich gelang es Frankreich, mit Philipp V. die bis heute amtierende Dynastie der Bourbonen auf den spanischen Thron zu bringen. Fast alle an dem Krieg beteiligten Mächte hatten am Ende des Krieges zumindest Teilerfolge erzielt. Der erste Bourbonenkönig französischer Herkunft, Philipp V. (1700–1746), brachte aus seiner Heimat ein anderes Regierungssystem und neue Kräfte in das zerrüttete Staatswesen. Die Franzosen und Italiener wie z. B. Giulio Alberoni, die Philipp an die Spitze der Behörden und des Heers stellte, führten gewaltsam die Grundsätze der französischen Staatsverwaltung ein. Alle Institutionen, die der zentralistischen Staatsgewalt entgegenstanden, wurden beseitigt, Handel, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst gefördert, die Privilegien der Provinzen aufgehoben und eine einheitliche Steuererhebung eingerichtet (Decreto de Nueva Planta 1515), was durchaus positive Folgen hatte. Aber als der König auch die Herrschaft der Kirche anfocht, stieß er auf energischen Widerstand der Bevölkerung.

Kolonien in Amerika um 1720 Bearbeiten

Spanien besaß ein großes Kolonialreich, das jedoch im Gegensatz zum französischen und britischen Reich größtenteils aus amerikanischen Landflächen bestand. Die ersten Kolonien wurden Ende des 15. Jahrhunderts erworben, die letzten gingen im 20. Jahrhundert verloren.
Vizekönigreich Neuspanien, Florida, Hispaniola, Trinidad, Vizekönigreich Peru (Vizekönigreich Neu-Kastilien) und Vizekönigreich Neugranada

Politik Spaniens um 1720 Bearbeiten

Immer stärker machten dem König Depressionen zu schaffen. Weil diese seine Regierungsfähigkeit beeinträchtigten, dankte er 1724 zugunsten seines ältesten Sohnes Ludwig I. Philipp ab. Da dieser aber schon im gleichen Jahr starb und die übrigen Söhne noch zu jung erschienen, ließ sich Philipp V. - vermutlich auch auf Drängen der Königin Elisabeth, die ihre Führungsrolle am Hofe nicht einbüßen wollte - erneut zur Herrschaftsübernahme bewegen. Von 1724 bis zu seinem Tode 1746 war er ein zweites Mal König. Es heißt, dass der später als Sänger an seinen Hof gekommene italienische Kastrat Farinelli die Depressionen des Königs durch die Schönheit seiner Kunst habe beruhigen können. Das war ein Glücksfall, denn Farinelli scheint den damit verbundenen großen Einfluss auf den König niemals missbraucht zu haben.